Aus einem Hobby wurde so viel mehr...

Als meine Tochter vor fast genau 30 Jahren geboren wurde, hatte ich natürlich vorher alles, was man für ein Baby braucht, in, na sagen wir ruhig, Mengen eingekauft. Diese winzigen schönen Kleidungsstücke hatten es mir schon vor ihrer Geburt angetan, aber nun konnte ich ungehemmt die Schränke mit allem was mir gefiel, füllen.

Meine Tochter war natürlich das allerschönste Kind auf dieser Welt und ich liebte es, sie zuckersüß zu kleiden.

Leider fand ich nicht immer das, was ihr passte. Da sie sehr lange Beine hatte, dazu aber eher zierlich war, war das, was in der Taille gut saß, unten zu kurz und das, was in der Länge perfekt war, oben zu weit.

Daraus wurde zum ersten mal die Idee geboren, ihre Kleidung einfach maßgerecht selber zu nähen.

Als ich 13 Jahre alt war, bekam ich von meinen Eltern eine Nähmaschine geschenkt. Diese stand nun schon seit 10 Jahren mehr oder weniger nutzlos herum.

Ich holte sie also hervor und wagte die ersten Nähte und nach kurzer Zeit war ich sehr erstaunt, wie gut dies klappte.

Also zog ich los und kaufte alles, was man so brauchte, ein.

Von Anfang an, hatte ich eine besondere Begeisterung für Stoffe, sobald ich Einen sehe, der mir gefällt, weiß ich, was ich aus ihm machen werde und mit welchem Stoff ich ihn kombinieren könnte.

Aus unserem damaligen Esszimmer wurde schnell ein immer größer werdendes Nähzimmer, überall lagen Stoffe und Zutaten und immer mehr süße Hosen für Saskia enstanden (am Anfang waren es tatsächlich nur Hosen)

In einem besonders schönen Stoffgeschäft hatte ich einen traumhaft schönen Stoff gesehen, den ich gerne ebenfalls zur Hose verarbeiten wollte. Leider sagte mir die Verkäuferin damals, das sich daraus keine Hose nähen läßt, da es sich um einen TactelStoff für Jacken handelte. Sie motivierte mich, es doch einfach mal zu versuchen und nach anfänglichem Zögern, nahm ich den Stoff mit und zauberte daraus die erste Winterjacke und dazu eine Schneehose und war abermal erstaunt, wie leicht mir dies gelang.

In den folgenden Monaten wagte ich immer mehr ... Kleider, Röcke, Mützen etc. ... und als 2,5 Jahre später mein Sohn geboren wurde, war sein Kleiderschrank komplett gefüllt mit überwiegend selbst genähter, zuckersüßer Babykleidung.

 

Heute ist es noch immer so, das mich Stoffe ungemein faszinieren, dass ich sofort weiß, was ich aus dem Stoff herstellen kann.

Ich liebe es, Stoffe anzusehen und zu fühlen, sie müssen nicht nur schön aussehen, sie müssen sich auch gut anfühlen. Sie müssen weich und griffig sein, sie dürfen nicht rauh oder kratzig oder gar steif sein.

 

Bei der Auswahl meiner Stoffe achte ich nur auf die Qualität in Verbindung mit dem Aussehen. Erst wenn Beides mich begeistert, wird der Stoff bestellt und verarbeitet.

Wenn die bestellten Stoffe geliefert werden, gibt es nochmal eine Griff- und Sichtprüfung, meine Lieben hier zuhause wissen, wie ich dabei in wahre Begeisterungsstürme ausbreche und es kaum erwarten kann, die Stoffe zu verarbeiten, zu immer wieder neuen, traumschönen Stücken, die an IHREM kleinen Liebling einfach nur ZAUBERHAFT aussehen.

Und ich wünsche mir nichts mehr, als dass Sie an jedem einzelnen Teil die Liebe, mit der ich dieses Stück genäht habe, entdecken.

 

Viele liebe Grüße

Ihre Manuela